Begegnen, vernetzen, beteiligen

Tagung zur nachhaltigen Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum

Aus verschiedenen Teilen Baden-Württembergs kamen 130 Personen im Kloster Heiligkreuztal zu einer Tagung zum Thema „Die Flüchtlingsfrage entscheidet sich im ländlichen Raum – Nachhaltige Integration als gemeinsame Herausforderung von Kirche und Kommune“ zusammen. Sie alle sind mit Flüchtlingen und der Frage nach deren Integration beschäftigt: Ob als Ehrenamtlicher in einem der zahlreichen Helferkreise, als Bürgermeister einer ländlichen Gemeinde, als Mitarbeiterin im Landratsamt oder als Referentin in einer Bildungseinrichtung. Eingeladen hatten der K-Punkt Ländliche Entwicklung im Kloster Heiligkreuztal, der Gemeindetag Baden-Württemberg, die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg und der Verband kath. Landvolk sowie zahlreiche Kooperationspartner aus kirchlichem und kommunalem Bereich, wie auch die LEADER Aktionsgruppe Oberschwaben.

Die Redner aus den unterschiedlichen Bereichen waren sich einig, dass der ländliche Raum maßgeblich zur Integration von Flüchtlingen beitragen kann und muss. Künftig werde es laut Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart, nicht mehr darum gehen ob wir Migranten aufnehmen, sondern wie Integration in einer globalen Welt funktionieren kann. Deutlich wurde auch, dass die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden müssen und nicht vor vollendete Tagsachen gestellt werden dürfen.„Stellen Sie Diskussionsplattformen zu Verfügung. Wenn die Bevölkerung ihre Fragen stellen können, können auch Ängste abgebaut werden“, ermutigte Hartmut Alker vom Ministerium für Ländlichen Raum und

Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Er stellte das brandaktuelle Positionspapier zur nachhaltigen Integration von Migrantinnen und Migranten in ländlichen Räumen - Landentwicklung im Lichte der Flüchtlingssituation - der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft ARGE LANDENTWICKLUNG vor. Dieses Positionspapier können Sie als pdf-Datei herunterladen unter diesem LINK

Die Kirche habe laut Dr. Thomas Broch, Flüchtlingsbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart, einen besonderen Auftrag zur Integration. Sie habe dabei kein Sonderwissen, aber eine spezifische Erfahrung. Die Kirche verstehe sich schon lange als Weltkirche, die überall da sei, wo Menschen an Jesus Christus glauben. „Im Fremden begegnet uns der gekreuzigte und auferstandene Herr. Das ist der Horizont vor dem wir als Christen diese Fragen thematisieren“, so Broch.

Die Vernetzung zwischen Kirche, Kommune und Vereinen sei im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben unabdingbar. Integration gehe alle an. Als Anker der Integration schlug Steffen Jäger, Beigeordneter des Gemeindetags Baden-Württemberg, vor, in den Rathäusern einen Flüchtlingsmanager zu installieren. Dieser solle Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Integration sei. Hier sei die Finanzierung allerdings noch nicht klar. Jäger forderte einen Masterplan zur Integration, denn Staat und Gesellschaft das Recht und die Pflicht haben festzulegen, wie Integration gelingen kann.

Auf dem parallel zur Tagung organisierten "Marktplatz" konnten sich die Teilnehmer über weitere innovative Projekte und Modelle sowie über Finanzierungsmöglichkeiten informieren. Das Haus Nazareth aus Sigmaringen zeigte Beispiele der Arbeit mit Flüchtlingen.

Die Schwäbische Zeitung berichtet über die Tagung im Artikel vom 22.04.2016: LINK pdf-Datei