Sicherung und Ausbau der Grundversorgung dank LEADER
Erweiterung des Hofladens am Oberseehof in Bingen
Der Oberseehof der Familie Pfister wird in Bingen als Milchvieh- und Ackerbaubetrieb bewirtschaftet. 2018 stieg der Sohn ein, 2022 einer der beiden Töchter mit einem Mobilstall für Hühner. Aus dem kleinen Verkaufsschrank für die Eier und selbst gemachten Nudeln aus den eigenen Eiern wurde im Jahr 2023 ein Hofladen mit weiteren Produkten aus der Region, darunter Fleisch- und Wurstwaren, Honig, Mühlenprodukte, Ziegenkäse und Milchprodukte, Linsen und Eis. Seit 2024 bietet die zweite Tochter selbst gestaltete Dekoartikel und Blumengestecke sowie im Sommer kleine Blumenbeete zum Selberpflücken an.
Die steigende Nachfrage nach Frischmilch konnte zunächst nur zu Stallzeiten bedient werden. Mit der Anschaffung eines Milchautomaten gibt es nun frische Hofmilch rund um die Uhr. Und zwei neue Edelstahlkühlschränke ermöglichen die Erweiterung des Angebots von regionalen Produkten.
Die Erweiterung des Hofladens um die Kühlschränke und den Milchautomaten stärkt die regionale Ernährungs- und Erzeugungsökonomie.
Ausstattung für regionale Schlacht- und Verarbeitungsstätte in Grüningen
Über die letzten Jahre haben viele Schlachtstätten geschlossen. Die Dorfschlachtanlage in Grüningen hatte immer einen hauptverantwortlichen engagierten Metzger und wurde somit in der Raumschaft gerne genutzt. Die Tradition der Hausschlachtung inklusive Verarbeitung/Veredelung vor Ort für die Fleischdirektvermarktung sowie die landwirtschaftliche Notschlachtung können nur durch eine funktionierende Schlachtstätte mit entsprechenden Verarbeitungsgerätschaften vor Ort aufrechterhalten werden. Das Schlachthaus wird von landwirtschaftlichen Betrieben und Privatpersonen aus einer Umgebung von 30 Kilometern um Riedlingen genutzt und fördert somit kurze Wege für Mensch und Tier.
Die Anschaffung eines Konfiskatkühlers inklusive Winterschaltung (erforderlich für den Betrieb unter acht Grad Celsius) und eines Verdampfers (Voraussetzung für die Kühlung von rohem Fleisch) sichert den zukünftigen Betrieb der Schlacht- und Verarbeitungsstätte.
Verkaufsautomat für regionale und hofeigene Produkte in Binzwangen
Familie Grolms betreibt in Binzwangen seit vielen Jahren einen Hofladen, in dem sie hofeigene Kartoffeln und selbst angebautes saisonales Gemüse sowie zahlreiche weitere regional erzeugte Produkte wie Mehl, Nudeln, Eier, Wurst, Honig, Essig, Säfte, Äpfel, Wein, Schnaps … verkauft. Die tägliche Öffnungszeit von 8 bis 18 Uhr zeugt von der großen Nachfrage nach den Produkten und dem Erfolg des familiären landwirtschaftlichen Betriebs, der im Haupterwerb Kartoffeln anbaut.
Da immer mehr Kunden auch außerhalb der Öffnungszeiten sowie an Sonn- und Feiertagen etwas einkaufen wollen, hat die Familie bereits einen Verkaufsautomaten in einem separaten Raum installiert, der jedoch die Kundenwünsche nicht umfänglich bedienen kann.
Der mithilfe des Regionalbudgets zusätzlich angeschaffte Automat erweitert das Angebot fürs Einkaufen außerhalb der Öffnungszeiten, vor allem an regionalem Grillfleisch und Wurst. Familie Grolms freut sich über alle drei Generationen hinweg!
Zukunftsfähige Ausrichtung des Dorfladens in Scheer-Heudorf
Im Scheerer Teilort Heudorf besteht seit Jahren ein kleiner Verkaufsladen, der an eine Bäckerei aus Hundersingen vermietet ist. Die Bäckerei bietet dort an jedem Wochentag vormittags ihre Backwaren an, ergänzt durch Produkte des täglichen Bedarfs.
Um den Betrieb auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, ist eine Modernisierung unumgänglich geworden. Die Neugestaltung des Raumes mit neuem Bodenbelag und einem neuen Eingangsbereich wurde erfolgreich durchgeführt und ermöglicht nun sogar die Erweiterung des Warenangebots.
Durch die Umbaumaßnahme kann der einzige Dorfladen in Heudorf erhalten werden, wodurch zum einen die Grundversorgung der Einwohner gesichert, zum anderen der regionale Bäcker unterstützt wird. Die Einwohner Heudorfs können aufatmen – ihr Laden bleibt bestehen! Gerade in kleinen Dörfern ist die Versorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Durch die Maßnahme wurde jedoch nicht nur der Punkt Alltagsversorgung gesichert, sondern auch die Innenentwicklung mit Priorität auf eine ressourcenschonende Bestandssanierung sowie das Prinzip der Regionalität mitgedacht.
Gestaltung Außenbereich des LEBENSMITTELpunkts Bingen
Im Januar 2021 wurde der Dorfladen in Bingen mithilfe einer LEADER-Förderung eröffnet.
Als einziges Lebensmittel- und Haushaltswarengeschäft im Ort ermöglicht der Dorfladen den weniger mobilen Bürgern, ihren Grundbedarf zu decken.
Immer stärker findet darüber hinaus auch bei den anderen Teilen der Bevölkerung eine Rückbesinnung auf Regionales statt. Die Inhaberin Frau Napierala führt deshalb im LEBENSMITTELpunkt eine große Auswahl an Produkten aus Sigmaringen, Bingen, Beuron, Scheer usw. Darüber hinaus gibt es hochwertige Geschenk- und Schmökerartikel.
Egal, welches Bedürfnis die Kunden in den Dorfladen führt, in jedem Fall ist der LEBENSMITTELpunkt ein Treffpunkt für Jung und Alt.
Als Ort der Begegnung und des Austauschs übernimmt der Laden im Ort eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Um dies noch weiter zu unterstützen, wurde im Außenbereich eine einladende Sitzecke angelegt, damit man im Sommer auch draußen die Möglichkeit hat, einen Kaffee zu trinken oder ein Eis zu essen.